27.04.2006 – Ergebnisse
Irre! Jany verteidigt Champions-Cup!
Titelverteidiger Jens Jany hat am Abend seinen Titel als Champions-Cup-Sieger verteidigt. Der Dinslakener Tippsportprofi von bl-tippspiel setzte sich am Ende mit 19:15 (8-7; 5-2; 6-6) gegen Andy Maric von der Tipper-Trophy durch. Bereits in der letzten Woche zeichnete sich der erneute Triumph ab, als Jany auf den Sieg von Steau Bukarest gegen Middlesbrough tippte und damit den entscheidenden Dreier im 2.Finalspiel landete. Maric war im abschließenden Tipp zu vollem Risiko gezwungen, konnte den Spieß aber nicht mehr umdrehen. Sekunden nach dem Schlusspfiff [Mehr]
füllten sich in Jany die Straßen, tausende Fans feierten den historischen Coup ihres Lieblings. Champagnerduschen, Autokorsi und tanzende Menschen an jeder Ecke der Stadt, Ausnahmezustand in der Heimat des nun 2fachen Champions. Unglaublich, wie hat er das gemacht?
Endspielgegner Maric zeigte sich unmittelbar nach Spielende enttäuscht, fand aber später zu seinem Lachen zurück – zu stark war die Europacupsaison des Stuttgarters, um das verlorene Endspiel wirklich als Niederlage zu betrachten. [Bild2R]Maric war das Flagschiff der Trophy und verschaffte ihr mit seinen beherzten Auftritten einen ordentlichen Imagegewinn. Bitter nur: Die neue Europacupsaison findet nun höchstwahrscheinlich ohne den Schwaben statt, weil er in der Heimatliga nach dem Meisterschaftsgewinn von 2005 nicht mehr vollends überzeugen konnte und allen Einsatz auf seine Europacuppremiere legte.
Jens Jany hat vielleicht einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. 2 Mal hintereinander die Königsklasse zu gewinnen – das dürfte in absehbarer Zeit niemandem mehr gelingen. Nebenbei wurde erneut ein 5.Startplatz für die Heimatliga im folgenden Champions-Cup gewonnen.
Zum Start des Wettbewerbs im vergangenen September sah es zunächst überhaupt nicht nach einer wenigstens einigermaßen erfolgreichen Titelverteidigung aus. Jany lag nach 2 Spielrunden auf dem vorletzten Platz seiner Gruppe und hatte bereits 7 Tore Rückstand auf den Viertelfinal-Platz. Der 3. und 4.Spieltag brachten zwar eine Leistungssteigerung, doch immer noch betrug der Rückstand 5 Tore. Erst in den beiden letzten Gruppenspielen gelang der Sprung auf Platz 2 hinter den bis dahin so starken Christian Becker (BF). Beide schafften in den Spielen 5 und 6 mit 23 Toren die zweitbeste Leistung aller Spieler in diesem Abschnitt, das Viertelfinale wurde doch noch gebucht. Auch, weil die so stark gestartete Inge Scheitweiler immer stärker nachließ und in den 4 letzten Listen nur noch durchschnittlich 8 Tore schaffte.
[Bild3L]Im Viertelfinale wartete mit Axl Wache (HT) der Sieger der Gruppe C. Eine dankbare Aufgabe für den Champion, denn Wache schaffte insgesamt nur 6 Tore in beiden Tipps und blieb damit meilenweit hinten den Erwartungen, die er mit seinen überzeugenden Auftritten in der Vorrunde geschürt hatte.
Das Halbfinale war dann ein echter Knaller. Herausforderer war Thomas Homolka (BF) verlangte dem Champion alles ab. Wieder gewann Jany, 14-10 hieß es nach dem Hinspiel. Doch Homolka gab alles. Wie schon im Viertelfinale gegen Bohmann-Tapken gab es einen Sieg im Rückspiel, doch das 12-10 reichte nicht für den heuer besten Tipper der Bundesligafreunde.
Andy Maric war zumindest auf dem Papier kein Außenseiter, als der Champions-Cup im vergangenen September startete, denn er ging als amtierender Meister der Tipper-Trophy ins Rennen und war 1994 schon einmal Weltmeister. Maric gewann zunächst die Starke Gruppe C vor Homolka. In den ersten beiden Spielen erzielte er sensationelle 30 Tore, was ansonsten nur einer gewissen Antje Wittenberg gelang. In den beiden Schlusslisten der Vorrunde wurde mit weiteren 22 Treffern die kurze Schwächeperiode rechtzeitig überwunden, zusammen mit Ligakollege Wache durfte man im Europacup überwintern.
Das Viertelfinale bescherte dem Stuttgarter dann ein Hammerlos, denn er musste gegen den amtierenden Träger der „Goldenen Hand“ und Meister der TippArena, R.Pyritz ran. Doch Maric überstand auch diese Herausforderung. Zwar wurde es in den letzten Minuten trotz des klaren 5-0-Hinspielsieges noch einmal ein Zittersieg, am Ende stand jedoch ein 13-11-Erfolg fest.
Mit Christian Becker wartete in der Vorschlussrunde der nächste Brocken. Der hatte gerade Alfred Lausberg eine überaus vernichtende 19-2-Niederlage beigebracht und wollte nun auch das Finale.
Doch Maric lieferte den besten Tipp seit der Vorrunde ab, 15-10 konnte Becker in die Schranken gewiesen werden. Dieser setzte im Rückspiel nun alles auf eine Karte, musste Maric aber nach dem 5-9 im zweiten Spiel zur Endspielteilnahme gratulieren.
Für den ganz großen Coup hat es am Ende nicht gereicht, doch angeführt von Maric und Kolacek hat die Tipper-Trophy gleich im ersten Jahr ihrer Teilnahme die Mannschaftswertung gewonnen und ist nun „Liga des Jahres 2006“